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Return to Monkey Island: Guybrush Threepwood ist wieder da

by Joe Manga
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Seit der letzten Veröffentlichung der Monkey Island-Reihe von Point-and-Click-Adventures sind 13 Jahre vergangen, und die Fans haben sich sehnlichst eine Fortsetzung gewünscht. Return to Monkey Island ist kanonisch gesehen das sechste Spiel der Serie und das Team von Terrible Toybox wird vom ursprünglichen Schöpfer Ron Gilbert angeführt. Dave Grossman kehrt als Co-Autor zurück, um das Geheimnis der Affeninsel zu lüften, das in allen fünf Vorgängern nie gelöst wurde.

Die Autoren sind nicht die einzigen, die zurückkehren. Der Protagonist Guybrush Threepwood ist wieder da, zusammen mit seiner Abenteurer-Frau Elaine und dem immer wütenden, geisterhaften Antagonisten LeChuck. Die alten Rätsel sind wieder da, ebenso wie die witzigen Dialogsequenzen und die beleidigenden Schwertkämpfe, die genau das sind, wonach sie sich anhören – ein verbaler Kampf des Verstandes. Aber nicht alles ist gleich geblieben. Das Team hat sich eindeutig bemüht, die Serie für das 21. Jahrhundert zu aktualisieren, was Sinn macht, wenn man bedenkt, dass das Original mehr als dreißig Jahre alt ist.

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Return to Monkey Island hat einen ganz neuen, charmanten Grafikstil, etwas, das die Serie in der Vergangenheit immer wieder gerne verändert hat. Das Gefühl von Monkey Island wird beibehalten, während man sich von der Retro-Pixelgrafik entfernt, die nicht besonders gut gealtert ist. Das soll nicht heißen, dass der ursprüngliche Stil schlecht war, aber in einem Point-and-Click-Spiel, in dem man jede Szene nach Hinweisen absucht, ist die Klarheit der Objekte notwendig. Dieser klarere Kunststil ist sehr zu begrüßen.

Es wurden einige Versuche unternommen, die Rätsel zu aktualisieren. Das Original ist zwar für seine teilweise schwer zu lösenden Rätsel bekannt, aber das lag zum Teil daran, dass die Spiele länger sein mussten, als es der Speicher der alten Systeme zuließ. Es gibt jetzt zwei Modi: den leichten Modus für diejenigen, die hauptsächlich die Geschichte genießen wollen, und den schweren Modus für diejenigen, die die kniffligen Rätsel des Originals mögen. Für beide Schwierigkeitsgrade gibt es auch ein Hinweisbuch, das Ihnen die nächsten Schritte anzeigt, wenn Sie nicht mehr weiter wissen.

Das Problem dabei ist, dass sich der Schwierigkeitsgrad “Casual” wie eine lästige Pflicht anfühlt, um zum nächsten Teil der Geschichte zu gelangen. Guybrush schreibt alles auf seine To-Do-Liste, so dass es sich anfühlt, als hätte man einen freien Tag, der Kühlschrank ist leer und die Wäsche quillt über. Ich verstehe den Wunsch, die Rätsel in einem Genre, das nicht mehr so beliebt ist, einfacher zu gestalten, aber mit dem Hinweisbuch fühlt es sich an, als ob der Hauptaufhänger des Spiels um der Kürze willen entfernt worden wäre.

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Doch Return to Monkey Island ist nicht kurz. Abgesehen von den Rätseln war es vor allem die Geschichte, die die Serie so beliebt machte. Sie spielt in einem tropischen Paradies voller skurrilem, unerwartetem Humor und verwegenen Piraten. Es war schon immer eine Serie, die mit den Erwartungen der Spieler spielt, was man am deutlichsten daran sehen kann, wie sie die Rolle der Jungfrau in Nöten in den Originalspielen umgedreht hat – sie hat nur auf ihre Zeit gewartet, Guybrush. Was für ein weißer Ritter.

Das soll alles auch nicht heißen, dass dieses Spiel nicht seine Berechtigung hat. Gilbert hat sich immer durch eine straffe Spielstruktur ausgezeichnet, und das ist auch hier der Fall. Es gibt auch jede Menge Nostalgie-Köder für Fans, die sich an vielen Anspielungen auf alte Teile der Serie erfreuen können. Aber der Verweis auf die alten Spiele und die Erinnerung daran, wie lustig einige dieser Szenen waren, ist keine Komödie an sich. Return to Monkey Island hätte wirklich etwas Neues und Einzigartiges gebraucht, um sich von der Masse abzuheben.

Trotz alledem ist es immer noch ein gutes Point-and-Click-Abenteuerspiel. Von einigen der besten Entwickler des Genres kann man nichts anderes erwarten.