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Wetter und Klima verwechselt – Temperaturanstieg in Deutschland ist statistisch belegt

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Obwohl seit langem ein wissenschaftlicher Konsens besteht, dass das globale Klima sich erwärmt, wird von Verschwörungsgläubigen immer wieder das Gegenteil behauptet. Wetterkarten der Tagesschau und ein altes Titelbild der Bild am Sonntag werden in einem Beitrag auf Facebook als vermeintliche Beweise gezeigt, dass es «nicht heißer» werde (archiviert).

Bewertung

Dass es vor Jahrzehnten bereits heiße Tage gab, bedeutet nicht, dass die Erderwärmung nicht real ist. Sowohl weltweit als auch in Deutschland ist die Klimaerwärmung wissenschaftlich erwiesen. Auch ein mit dem Klimawandel verbundener Anstieg extremer Wetterereignisse ist belegt.

Fakten

Die zwei Wetterkarten stammen aus Sendungen der Tagesschau vom 16. Juni 2002 und dem 16. Juni 2022. Zuvor wurden sie bereits auf Twitter geteilt. Tatsächlich waren die Temperaturen an den zwei Tagen ähnlich. Immer wieder stellen Leugner des Klimawandels solche vereinzelten anekdotischen Tatsachen als vermeintlichen Beweis gegen die Klimaerwärmung dar.

Betrachtet man die Temperaturen jedoch über einen längeren Zeitraum, zeigt sich der Klimawandel deutlich: Laut dem Deutschen Wetterdienst ist die Lufttemperatur im Jahresdurchschnitt in Deutschland zwischen 1881 und 2021 um 1,6 Grad gestiegen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Temperaturanstieg deutlich beschleunigt: Die fünf wärmsten Jahre in dem gemessenen Zeitraum sind in Deutschland alle nach dem Jahr 2000 aufgetreten.

Zusammen mit den Tagesschau-Screenshots wird eine Titelseite der Bild am Sonntag aus dem Jahr 1957 verbreitet. Als Überschrift steht da «56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!». Doch auch damals hat es sich schon gelohnt, mehr als nur die Überschrift zu lesen, wie ein dpa-Faktencheck zeigt. Im dazugehörigen Artikel steht, dass es sich bei den 56 Grad um die Temperatur in einem Uhrengehäuse gehandelt hat und nicht etwa um die Außentemperatur.

(Stand: 23.6.2022)

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