Von Klicklauten und hundert Arten, «ich» zu sagen

München (dpa) – Das Deutsche ist bei der Differenzierung von Schnee nicht gerade erfindungsreich. Mit mindestens 20 verschiedenen Ausdrücken zeigt dagegen das Saamische ein sehr feines Gespür für Schnee.

Was den Saamen ihr Schnee, ist den Menschen auf Hawaii der Regen. Es gibt zahlreiche ausdifferenzierte Begriffe – vom angenehmen Nieselregen bis zum kalten Regen in Honolulu. In seinem unterhaltsamen Buch «Die seltsamsten Sprachen der Welt» hat Harald Haarmann etwa 50 Beispiele von Sprachen zusammengestellt, deren Vokabular, Grammatik oder Laute in unseren Augen besonders auffällig und eigenwillig sind. Für Fremde kaum erlernbar sind etwa die schnalzenden Klicklaute einiger Sprachen im Süden Afrikas. Den Weltrekord an Konsonanten – nämlich 80 – hält eine Sprache, die im türkischen Kaukasusvorland gesprochen wird. Und das Khmer oder Kambodschanische zeigt ein ausgeprägtes Statusdenken, indem das «ich» sich geschmeidig der jeweiligen hierarchischen Situation anpasst.

Sprache ist eben genauso vielfältig wie die verschiedenen Kulturen und Lebenswelten.

– Harald Haarmann: Die seltsamsten Sprachen der Welt. Von Klicklauten und hundert Arten, «ich» zu sagen, C.H. Beck Verlag, München, 206 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-406-76726-5.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-97508/2

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