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Video von 2019: Proteste in Bologna gegen neofaschistische Partei

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Steigende Energiekosten belasten auch in Italien viele Bürgerinnen und Bürger. Ein Video zeigt angeblich Proteste gegen steigende Strom- und Gaspreise in der Stadt Genua. Die vermeintlich aktuellen Proteste seien brutal niedergeschlagen worden, schreibt ein Facebook-User dazu. Dabei ist das Video gar nicht aktuell.

Bewertung

Das Video wurde im Frühjahr 2019 im italienischen Bologna gedreht. Es zeigt Proteste gegen einen öffentlichen Auftritt des Vorsitzenden der neofaschistischen Partei Forza Nuova in der Stadt.

Fakten

Der Ausschnitt zeigt Proteste in Bologna vom Mai 2019 gegen einen Auftritt des Vorsitzenden der neofaschistischen italienischen Partei Forza Nuova, Roberto Fiore. Das beweist die Fundstelle des Videos auf dem verifizierten Youtube-Kanal der italienischen Tageszeitung «La Repubblica».

In einem anderen Video sind die gleichen Szenen wie im Ausschnitt und einige Szenen aus anderer Perspektive zu sehen. Ab Minute 1:33 sind dieselben Polizisten mit Blauhelmen zu sehen und die rot-grünen Flaggen der Demonstranten zu erkennen. Ganz kurz ist auch rechts die Frau im blauen Pullover zu sehen, die im Facebook-Video zu Boden gestoßen wird.

Die Videos wurden in der Via dell’Archiginnasio gedreht, um die Ecke des zentralen Platzes Piazza Maggiore. Auf Google Streetview erkennt man die Arkade, das gegenüberliegende Gebäude mit den markanten Bogenmalereien und die Gebäude am Ende der Straße, die zur Piazza Maggiore führen.

Die Straße verbindet den Hauptplatz in Bologna und die Piazza Galvini – den Platz, auf dem Fiore am 20. Mai 2019 mit seiner Partei ein Treffen abhielt. Es ist also offensichtlich, dass das Video 2019 in Bologna gedreht wurde und weder mit der aktuellen Energie- und Gaskrise noch mit Genua zu tun hat.

Italien und die Energiekrise

Italien bezog früher 40 Prozent seines Gases aus Russland. Aufgrund der europäischen Sanktionen gegen Russland ist dieser Prozentsatz auf 18 Prozent gesunken. Dadurch sind die Energie- und Gaspreise in Italien stark gestiegen. Deshalb gab es im vergangenen Monat in Italien landesweite Proteste. In Neapel etwa verbrannten Menschen öffentlich ihre Energierechnungen. Doch bei diesen Protesten gab es keine Gewalt, wie sie im Facebook-Video zu sehen ist.

Die belgischen Faktenprüfer von Knack kamen zum gleichen Ergebnis. Sie fanden auch eine ältere Version der falschen Behauptung auf einem russischen Telegram-Kanal. Dort wurde das Video inzwischen knapp 30 000 Mal angesehen.

(Stand: 5.10.2022)

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