Sowohl Hör- als auch Sehverlust können das Demenzrisiko verdoppeln

Hören

Gutschrift: Unsplash / CC0 Public Domain

Der Verlust von Gehör oder Sehkraft ist oft ein Teil des Älterwerdens. Eine neue Studie besagt jedoch, dass ein Funktionsverlust in beiden Sinnen das Risiko für Demenz und kognitiven Verfall Jahre später erhöhen kann. Die Forschung wird in der Online-Ausgabe vom 7. April 2021 von veröffentlicht Neurologie. Die Studie fand keinen solchen Zusammenhang zwischen dem Verlust nur eines dieser Sinne.

“Abhängig vom Grad des Hör- oder Sehverlusts kann ein Funktionsverlust in Ihren Sinnen belastend sein und sich auf Ihr tägliches Leben auswirken”, sagte der Studienautor JinHyeong Jhoo, MD, Ph.D., von der Kangwon National University School of Medicine in Chuncheon, Republik Korea. “Unsere Studienergebnisse legen jedoch nahe, dass der Verlust von beiden besonders besorgniserregend sein kann.”

Die Studie untersuchte 6.520 Personen im Alter zwischen 58 und 101 Jahren. Die Seh- und Hörbehinderung wurde anhand eines Fragebogens ermittelt, in dem nach der Verwendung von Brillen oder Hörgeräten gefragt wurde. Menschen bewerteten ihr Gehör als “normal”, “reduziert, aber in der Lage, ohne Hörgerät zu kommunizieren”, “schwierig mit einem Hörgerät zu kommunizieren” oder “überhaupt kein Gehör”. Die Menschen bewerteten ihr Sehvermögen als “normal”, “eingeschränkt, aber in der Lage, Zeitung oder Fernsehen ohne Brille zu sehen”, “Zeitung oder Fernsehen nicht mit Brille zu sehen” oder “überhaupt kein Sehen”.

Zu Beginn der Studie hatten 932 Personen normales Sehen und Hören, 2.957 hatten entweder Seh- oder Hörbehinderungen und 2.631 gaben an, beide Beeinträchtigungen zu haben.

Demenz war in der Gruppe mit beiden Beeinträchtigungen zu Beginn der Studie mehr als doppelt so häufig. In dieser Gruppe hatten 201 von 2.631 oder 8% zu Beginn der Studie Demenz, verglichen mit 2,4% mit einer sensorischen Beeinträchtigung und 2,3% ohne sensorische Beeinträchtigung.

Die Forscher bewerteten sechs Jahre lang alle zwei Jahre die Denk- und Gedächtnisfähigkeiten der Menschen anhand eines Tests, der das Abrufen und Erkennen von Wörtern umfasst. Dann analysierten sie die Beziehung zwischen einer Hör- oder Sehbehinderung und Demenz und sowohl einer Beeinträchtigung als auch einer Demenz.

Während der sechsjährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten 245 Menschen Demenz. Von den 1.964 Personen mit beiden Beeinträchtigungen entwickelten 146 eine Demenz, verglichen mit 69 der 2.396 Personen mit einer Beeinträchtigung und 14 der 737 Personen ohne Beeinträchtigungen. Darüber hinaus entwickelten 16 von 142 Personen, die nicht feststellen konnten, ob sie eine sensorische Beeinträchtigung hatten, eine Demenz.

Nach Bereinigung um Faktoren wie Geschlecht, Bildung und Einkommen stellten die Forscher fest, dass die Gruppe mit Hör- und Sehbehinderung doppelt so häufig an Demenz erkrankt wie die Gruppe mit normaler sensorischer Funktion. Menschen mit nur einer Beeinträchtigung entwickelten nicht häufiger Demenz als Menschen mit normaler sensorischer Funktion.

Darüber hinaus war der Rückgang der Testergebnisse für das Denken bei Menschen mit Hör- und Sehbehinderung steiler.

Laut Jhoo sind weitere Untersuchungen erforderlich, um zu erklären, warum Menschen mit zwei Beeinträchtigungen ein höheres Risiko für Demenz haben als Menschen mit einer.

“Ältere Menschen mit nur einer Seh- oder Hörbehinderung können normalerweise immer noch sozialen Kontakt aufrechterhalten, sodass sie sich möglicherweise nicht so isoliert oder depressiv fühlen wie Menschen mit beiden Beeinträchtigungen”, sagte Jhoo. “Wenn jedoch jemand beide Beeinträchtigungen hat, kann dies das Risiko von Isolation und Depression erhöhen, was nach früheren Untersuchungen das Demenzrisiko und die Denkfähigkeit später beeinflussen kann.”

Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass die Teilnehmer einen Fragebogen über ihr Hören und Sehen ausgefüllt haben. Das Fehlen objektiver Messungen des Hörvermögens und des Visums von Menschen hätte die Studienergebnisse beeinflussen können.


Weiter erforschen

Doppelte sensorische Beeinträchtigung erhöht das Demenzrisiko


Journalinformationen:
Neurologie

Bereitgestellt von der American Academy of Neurology

Zitat: Sowohl Hör- als auch Sehverlust können das Risiko einer Demenz verdoppeln (2021, 7. April). Abgerufen am 8. April 2021 von https://medicalxpress.com/news/2021-04-vision-loss-dementia.html

Dieses Dokument unterliegt dem Urheberrecht. Abgesehen von fairen Geschäften zum Zwecke des privaten Studiums oder der Forschung darf kein Teil ohne schriftliche Genehmigung reproduziert werden. Der Inhalt wird nur zu Informationszwecken bereitgestellt.

Journalinformationen:
Neurologie

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More

Privacy & Cookies Policy