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Pandemie – Impf-Studien sehen keine Zunahme von Herzinfarkten

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Milliarden von Menschen haben sich in der Corona-Pandemie gegen das Virus impfen lassen. Darunter auch der «USA Today»-Journalist Dustin Barnes, der im Mai starb. Nach seinem Tod verbreiten Facebook-User eine Bildkombo mit der Todesnachricht und einem Aufruf von Barnes, ihm nach einer Corona-Impfung zu schreiben (archiviert). Doch gibt es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und seinem Tod?

Bewertung

Es lassen sich keine Belege für die Behauptung finden, dass Dustin Barnes wegen seiner Corona-Impfung starb. Größere Studien stellen zudem keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und mehr Herzinfarkten her.

Fakten

Anfang Mai 2022 schrieb Barnes auf Facebook, dass er einen Herzinfarkt hatte und deswegen in der Notaufnahme behandelt wurde. Zudem leide er an Diabetes. Er werde sich nun erholen und seine Lebensweise ändern, schrieb der 38-Jährige im letzten Facebook-Beitrag vor seinem Tod. Seine Mutter bestätigte den Tod und den Herzinfarkt der Zeitung «USA Today».

Barnes teilte am 7. April 2021 auf seinem Instagram-Profil mit, dass er sich gegen das Coronavirus habe impfen lassen. Er nutzte dabei den Hashtag #dosedeux, der für eine zweite Impfung steht. Wie viele Impfdosen Barnes bis zu seinem Tod erhielt und wann seine Impfung war, ist jedoch unklar.

Richtig ist auch, das Barnes im März 2021 Menschen auf Facebook aufrief, ihm von ihren Erfahrungen mit der Corona-Impfung zu erzählen. Diese Social Media Posts sind jedoch keinesfalls ein Beleg dafür, dass er wegen seiner Corona-Impfung starb.

Keine Zunahme von Herzinfarkten nach einer Corona-Impfung

Nicht nur im Zusammenhang mit der Todesnachricht des Journalisten behaupten Facebook-User, dass es durch die Verwendung von mRNA-Impfstoffen zu mehr Herzinfarkten kommt. Die bisher erschienenen wissenschaftlichen Studien zeigen das aber nicht.

Daten zu Nebenwirkungen von Impfstoffen werden ständig gesammelt und dokumentiert. Bekannt ist, dass als seltene Nebenwirkung von mRNA-Impfstoffen eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung auftreten kann. Diese entstehen laut dem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts meistens wenige Tage nach der Impfung auf und betreffen häufiger Männer und Jungen als Frauen und Mädchen.

Die meisten dieser Entzündungsfälle haben einen milden bis moderaten Verlauf. Der Bericht dokumentiert aber auch wenige schwere Verläufe und Todesfälle.

Aus dem Bericht lässt sich aber nicht ableiten, dass mit den Impfungen eine Häufung von Herzinfarkten zusammenhängt. Demnach liegt die Zahl der Herzinfarkte, die nach einer Impfung gemeldet wurden im statistisch erwartbaren Bereich. Des bedeutet, dass auch bei ungeimpften Menschen ähnlich viele Herzinfarkte wie bei den Geimpften auftreten.

Auch eine Auswertung nationaler Gesundheitsdaten in Frankreich von mehreren Millionen Menschen ergab, dass es keine signifikant feststellbare Häufung von Herzinfarkten 14 Tage nach einer Impfung mit dem Biontech-Impfstoff gibt. Für die Studie wurden Krankenhauseinweisungen im Zeitraum vom 15. Dezember 2020 und dem 30. April 2021 betrachtet und mit Daten aus der französischen Impfdatenbank abgeglichen. Dabei wurden nur Fälle von Menschen ab einem Alter von 75 Jahren betrachtet.

Auch eine amerikanische Studie wertet das Auftreten schwerer Erkrankungen bis zu sechs Wochen nach einer Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen aus. Dafür wurden die Sicherheitsdaten aus dem US-amerikanischen Vaccine Safety Datalink betrachtet. Die Forscherinnen und Forscher nutzten Daten von mehr als 6,2 Millionen Menschen verschiedenen Alters. Die Studie belegt keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten.

(Stand: 15.6.2022)

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