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Ökonomen-Stimmen zum US-Arbeitsmarkt

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Quelle: Chaay_Tee/Shutterstock.com

Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich nach wie vor äußerst robust und setzt die US-Notenbank Fed unter Zinserhöhungsdruck. Im November wurden nicht nur mehr Stellen geschaffen als erwartet, sondern auch die Lohnentwicklung zeigt klar nach oben und schafft so zusätzliche Inflationsgefahren. Die Arbeitslosigkeit verharrt auf niedrigem Niveau.

Das sagen Ökonomen zur Entwicklung

Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg:

„Die US-Wirtschaft hat im November im Saldo 263 000 neue Stellen geschaffen und damit die Erwartungen der Bankvolkswirte übertroffen. Schwererer wiegen jedoch im Hinblick auf die zukünftige Geldpolitik der US-Notenbank die deutlich kräftiger als erwartet ausgefallenen Lohnerhöhungen. (…)

Da andere Konjunktur- und Preisindikatoren, wie zum Beispiel der jüngst veröffentlichte ISM-Einkaufsmanagerindex, nach Süden zeigen, halten wir jedoch trotz des guten Arbeitsmarktberichtes an unserer Einschätzung fest, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung im Dezember von einer abermaligen Erhöhung ihres Leitzinses um 0,75 Prozentpunkte absehen und das Leitzinszielband ’nur‘ um 0,50 Prozentpunkte nach oben schleusen wird.“

Ulrich Wortberg, Ökonom bei der Landesbank Hessen-Thüringen:

„Der Arbeitsmarkt in den USA ist in einer robusten Verfassung. Die Zahlen überraschen positiv, denn Hinweise darauf, dass die Dynamik des Beschäftigungsaufbaus nachlässt, gibt es nicht. Zudem ist die Arbeitslosenquote unverändert niedrig und die Stundenlöhne steigen stärker als erwartet. Zwar stehen die Zahlen dem Ansinnen der US-Notenbank nicht im Wege, das Tempo der Zinsschritte zu reduzieren, gleichwohl dürfte das Zinstop noch längst nicht erreicht sein. Insgesamt werden die Zinserwartungen unterstützt.“

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank:

„Die US-Währungshüter werden registrieren, dass die Leitzinserhöhungen den Jobaufbau bislang nicht bremsen. Vorbeugend stellte Jerome Powell bereits in den vergangenen Wochen und auch in dieser Woche klar, dass sich der Zinserhöhungszyklus fortsetzen wird, wenngleich nicht mehr im gleichen Tempo wie im bisherigen Jahresverlauf. Eine Zinsanhebung um 0,50 Prozentpunkte auf der kommenden Sitzung ist in Stein gemeißelt. Mehr wird es nicht geben – trotz des guten Arbeitsmarktberichtes. Jerome Powell hat in dieser Woche die Märkte bereits auf einen kleineren Zinsschritt eingeschworen. Mit welcher Geschwindigkeit die Fed im ersten Quartal fortfahren wird, hängt dann einmal mehr davon ab, wie sich der Arbeitsmarkt und die Inflationsraten entwickeln werden.“

Christoph Balz und Bernd Weidensteiner, Ökonomen bei der Commerzbank:

„Ein in den letzten Monaten konstant hohes Tempo beim Stellenaufbau und ein offenbar wieder zunehmender Druck bei den Löhnen erlauben es noch nicht, Entwarnung am Arbeitsmarkt zu geben. Dieser zeigt sich bisher recht unbeeindruckt von den Zinsanhebungen. Die Fed wird daher weiter an der Zinsschraube drehen. Nach bereits 3,75 Prozentpunkten an Zinserhöhungen wird sie die Schrittlänge zwar verkürzen; Fed-Chef Powell hat kürzlich klare Hinweise auf eine Anhebung um nur noch 0,50 Prozentpunkte im Dezember gegeben. Dies heißt aber nicht, dass dann der Zinsgipfel schon erreicht ist. Die Fed wird ihre Leitzinsen auch im nächsten Jahr weiter erhöhen, um eine Abkühlung am Arbeitsmarkt zu erzwingen.“

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