Laut Akademien ist eine europäische Koordinierung erforderlich, um die Desinformation der Wissenschaft zu bekämpfen

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Bildnachweis: CC0 Public Domain

Während Desinformationsstrategien in vielen Bereichen die öffentlichen Diskurse berauschen, ist die Desinformation der Wissenschaft für die demokratische Regierungsführung und die Gesellschaft insgesamt besonders gefährlich. Wie die anhaltende Pandemie zeigt, stellt eine Untergrabung des Vertrauens in die Wissenschaft eine grundlegende Bedrohung für politische und individuelle Entscheidungen dar, die auf Beweisen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

In den letzten Jahren wurden umfangreiche Forschungsarbeiten und eine Vielzahl von Strategien entwickelt und angewendet, um die Desinformation der Wissenschaft zu bekämpfen. Das Papier von ALLEA bespricht diese Arbeit und konzentriert sich auf die Wurzeln und Konsequenzen dieses mehrdimensionalen Phänomens sowie auf praktische Lösungen für Politik, Technologie und Kommunikation.

“Das Wissenschaftsrennen gegen Covid-19 war nicht nur auf der Suche nach einem Impfstoff. Ein weiteres großes Risiko hat Forscher mobilisiert: Desinformation der Wissenschaft. In diesem Bericht werden wichtige Wege aufgezeigt, um dieser ‘Infodemie’ in zukünftigen globalen Krisen entgegenzuwirken In unseren Gesellschaften brauchen wir eine institutionalisierte und koordinierte Strategie, um Forscher, Kommunikatoren und politische Entscheidungsträger so früh wie möglich zum Handeln zu bewegen “, sagt ALLEA-Präsident Antonio Loprieno.

Die Autoren diskutieren die wichtigsten psychologischen, technischen und politischen Strategien zur Bekämpfung von Desinformation in der Wissenschaft, einschließlich Impfung, Entlarvung, Empfehlungssystemen, Überprüfung von Fakten, Sensibilisierung, Medienkompetenz sowie Innovationen in der Wissenschaftskommunikation und im öffentlichen Engagement.

Nach einer Analyse der Folgen wissenschaftlicher Desinformation für den Klimawandel, das Zögern von Impfstoffen und Pandemien schließt der Bericht mit einer Reihe von Empfehlungen. Die Autoren fordern:

Um diese Vorschläge umzusetzen, empfehlen die Autoren, ein Europäisches Zentrum / Netzwerk für Wissenschaftskommunikation und einen Europäischen Verhaltenskodex für Wissenschaftskommunikation einzurichten.

“Obwohl es ein weit verbreitetes Bewusstsein für die Probleme und Schäden zu geben scheint, die durch Desinformation verursacht werden, gibt es immer noch keine koordinierten europäischen Anstrengungen, um darauf mit einer verstärkten und besseren Wissenschaftskommunikation zu reagieren. Während Mechanismen der wissenschaftlichen Beratung für die Politik auf verschiedenen Ebenen eingeführt wurden Überbrückung der Kluft zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern gibt es keinen zentralen europaweiten Mechanismus oder eine Institution, um bestehende Initiativen zu koordinieren und kohärente Leitlinien und Empfehlungen für die Wissenschaftskommunikation auf integrative Weise zu entwickeln “, argumentieren die Autoren.

Das Diskussionspapier wird auf dem bevorstehenden wissenschaftlichen Symposium “Across Boundaries in Sciences” vorgestellt und diskutiert, das am 5. Mai während der ALLEA-Generalversammlung 2021 online stattfindet. Die Registrierung ist noch offen unter: alleageneralassembly.org/

Das Diskussionspapier wird auf dem bevorstehenden wissenschaftlichen Symposium “Across Boundaries in Sciences” vorgestellt und diskutiert, das am 5. Mai während der ALLEA-Generalversammlung 2021 online stattfindet. Die Registrierung ist noch offen unter: alleageneralassembly.org/

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