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Längst neuer Forschungsstand – Masken-Aussage von RKI-Vizepräsident stammt vom Februar 2020

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Die Diskussion über den längst belegten Nutzen einer Mund-Nasen-Bedeckung reißt auch nach bald fast drei Jahren Corona-Pandemie nicht ab. Als ihren angeblich aktuellen Kronzeugen ziehen Maskengegner und andere jüngst etwa den Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, heran. Er soll über das Tragen von Masken gesagt haben, es gebe «keine wissenschaftliche Evidenz, dass das irgendeinen Sinn hätte», wie etwa ein Facebook-Post vom 14. September 2022 behauptet.

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Das Statement stimmt, ist aber vom Februar 2020 und längst überholt. Damals waren nur wenige Corona-Fälle in Deutschland bekannt. Seitdem haben mehrere wissenschaftliche Studien den Nutzen von Masken zum Schutz vor einer Übertragung des Coronavirus belegt – und diesen folgt das RKI.

Fakten

Tatsächlich hat der Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe Lars Schaade einmal davon gesprochen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für ihren Nutzen gebe – allerdings wurde die Aussage ganz zu Beginn der Corona-Pandemie getätigt. Damals kommen bei der Allgemeinbevölkerung zunächst vor allem genähte Stoffmasken zum Einsatz. Im Frühjahr 2020 gibt es zudem kaum belastbare wissenschaftliche Studien über die Wirkung eines Mund-Nasen-Schutzes gegen das Coronavirus.

In einer RKI-Pressekonferenz vom 28. Februar 2020 sagt Vizepräsident Schaade (im Video ab 17:45 Min.): «Die Masken, (…) das ist mehrfach untersucht worden: Es gibt einfach keine wissenschaftliche Evidenz, dass das irgendeinen Sinn hätte.»

Damals sind fast zwei Monate nach Entdeckung der ersten Corona-Fälle in China und einen Monat nach dem ersten Nachweis in Deutschland hierzulande 53 Corona-Infektionen nachgewiesen. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Erreger sind noch keine registriert.

Seitdem hat sich die Forschung intensiv mit dem Thema Masken und Infektionsschutz beschäftigt und Nachweise für den Nutzen von OP- und FFP2-Masken vorgelegt. Sowohl Schaade als auch das RKI sprechen sich seit vielen Monaten für das Tragen solcher Masken aus. «Das RKI empfiehlt nach wie vor in Innenräume mit mehreren Personen zum Beispiel im Geschäft, im Supermarkt oder bei öffentlichen Veranstaltungen mindestens einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen», sagt Schaade etwa im Juni 2022.

Schon Mitte 2020 ergibt etwa eine in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichte Überblicks-Studie: Gesichtsmasken können das Infektionsrisiko deutlich senken.

Konkrete Zahlen dazu liefert im Dezember 2021 eine Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Tragen eine nicht-infizierte und eine infizierte Person gut sitzende FFP2-Masken, beträgt demnach das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz in einem Raum kaum mehr als 0,1 Prozent. Selbst OP-Masken – die nicht so dicht anliegen und nicht so gut potenziell infektiöse Tröpfchen aus der Atemluft filtern – verringern das Risiko deutlich: Die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken, liegt dann bei höchstens zehn Prozent, so das Ergebnis der Untersuchung.

«Wenn ich mich nicht anstecken will, trage ich eine Maske. Ganz einfach», sagt der Physiker Eberhard Bodenschatz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er war maßgeblich an der Göttinger Max-Planck-Studie beteiligt. Die großen Atemluft-Tröpfchen seien wegen ihres Volumens am ansteckendsten. «Masken nehmen diese großen Partikel weg. Das heißt: Sie können mit einer gut sitzenden Maske niemanden mehr anstecken.»

(Stand: 15.9.2022)