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Kritik an Reform bei Förderung der Gebäudesanierung

by nwna_de


Baden-Württemberg

Kritik an Reform bei Förderung der Gebäudesanierung

Die Kürzung der Mittel für Sanierungsvorhaben kommt nicht gut an. Baden-Württembergs Wohnungsbauministerin Nicole Razavi befürchtet “einen Bärendienst” für den Klimaschutz.

Stuttgart (dpa/lsw) – Die Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Nicole Razavi (CDU), hat heftige Kritik am geplanten Umbau bei der Förderung der Gebäudesanierung geübt. Die baden-württembergische Ressortchefin sagte in Stuttgart, es sei richtig, dass die Bundesregierung Sanierungen als zentrale Notwendigkeit sehe. “Aber dann muss es dafür in der aktuellen Lage mehr und nicht weniger Förderung geben.” Angesichts steigender Baukosten und Zinsen seien die gesenkten Fördersätze völlig kontraproduktiv.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte eine Reform der Förderung der Gebäudesanierung vorgelegt. Um möglichst vielen Bürgern angesichts knapper Haushaltsmittel den Zugang zu Förderung zu ermöglichen, seien “etwas verringerte Fördersätze” notwendig. Razavi sagte, natürlich könnten dadurch in der Theorie rein rechnerisch mehr Menschen eine Förderung erhalten. “In der Praxis aber ist dies eine Milchmädchenrechnung. Die fast durchweg negativen Reaktionen der Betroffenen auf die Umstellung der Förderung bestärken mich in dieser Ansicht.”

Die CDU-Politikerin betonte, um das Wohnungsproblem zu lösen, brauche es dringend mehr Sanierung und auch mehr Verlässlichkeit in der Förderung. “Ich befürchte, dass viele nun komplett von einer Sanierung Abstand nehmen werden, weil es für sie schlicht zu teuer wird. Damit würden unterm Strich nicht mehr Gebäude und Wohnungen saniert, sondern weniger. Das wäre dann sowohl für den Wohnungsbau als auch für den Klimaschutz ein Bärendienst.”