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Medien

Konfliktforscher über Verhandlungen: “Es ist die Frage, was die Ukraine bereit ist herzugeben”

ARD-Morgenmagazin

Der Friedens- und Konflitkforscher Prof. Christopher Daase sprach über mögliche Auswege aus dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

14.03.2022 von SWYRL

Die russischen Truppen greifen zunehmend westliche Teile der Ukraine an. Gleichzeitig zeichnet sich Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten ab. Was bedeutet dies für die weitere Entwicklung? Im “ARD-Morgenmagazin” gab Konfliktforscher Christopher Daase seine Einschätzung ab.

Die Lage in der Ukraine wird immer bedrohlicher: Zweieinhalb Wochen nach Einmarsch der russischen Truppen werden zunehmend auch die westlichen Regionen der Ukraine bombardiert. In der EU sorgen sich viele Menschen nun, dass es zu einer Ausweitung des Krieges auf andere Länder kommen könnte. Doch was passiert, wenn eine russische Rakete tatsächlich das NATO-Gebiet trifft? Diese und weitere Fragen diskutierte Moderatorin Susan Link am Montag im “ARD-Morgenmagazin” mit dem Friedens- und Konfliktforscher Christopher Daase.

Es sei abzusehen gewesen, dass Putin die Militärbasis in Lwiw nahe der polnischen Grenze angreifen würde, sagte Daase: “Putin hat sehr deutlich gemacht, dass er Waffenlieferungen als legitimes militärisches Ziel sieht.” Sollte in Zukunft eine russische Rakete versehentlich auf NATO-Gebiet landen, bedeute dies allerdings nicht zwangsläufig einen Krieg mit der NATO: “Bei einem Versehen gibt es Möglichkeiten, das zu kommunizieren. Es gibt zwischen den Oberkommandos eine stehende Verbindung, durch die das geklärt werden könnte.”

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Die Neutralität als mögliche Lösung?

Es sei wichtig, dass weitere Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine stattfinden, betonte Daase weiter: “Damit ein Korridor möglicher Lösungen besprochen werden kann. Die Parteien sind ja schon ein bisschen abgerückt von ihren Maximalpositionen. Jetzt wird ausgelotet, was mögliche Kompromisse sein könnten.” Am Anfang habe Putin Entmilitarisierung und Entnazifizierung als Ziele genannt. Inzwischen stehe der Begriff der Neutralität im Raum: “Das sind Nuancen, aber sie deuten doch Verhandlungsbereitschaft an.”

Auf die Frage, wie die Friedensverhandlungen ausgehen könnten, sagte Daase: “Es ist die Frage, was die Ukraine bereit ist herzugeben. Natürlich ist die Frage, ob die Krim tatsächlich an Russland abgetreten wird, ob bestimmte Regionen an Russland gegeben werden oder ob es hier bestimmte Situationen gibt, in denen Autonomie versprochen wird.” Der russische Präsident selbst werde sich sicher erst in die Gespräche einschalten, wenn sich eine Lösung abzeichnet.


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