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Keine Beweise für angebliche Verhaftung von US-Botschafterin

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Die US-Botschafterin in der Ukraine von Spezialkräften des amerikanischen Militärs wegen Verrats verhaftet? Eine Behauptung, die zumindest in sozialen Medien die Runde macht. Bridget Brink habe ukrainischen Beamten heimlich große Mengen Bargeld übergeben, heißt es in einem Artikel. Doch gibt es dafür Belege?

Bewertung

Es gibt keine glaubhaften Beweise dafür, dass die US-Botschafterin verhaftet wurde.

Fakten

Die ersten Posts in den Sozialen Medien tauchten am 11. Oktober 2022 gegen Abend auf. Die vermeintliche Verhaftung in Ferndale (US-Staat Kalifornien) soll am 8. Oktober stattgefunden haben. Am 11. aber postete Brink auf ihrem Kanal beim Kurznachrichtendienst Twitter noch ein Bild, das sie bei einem Treffen mit dem ukrainischen Infrastrukturminister zeigt. Angesichts russischer Angriffe auf die Ukraine sei es dabei um die Schäden an Häusern, Schulen und Spielplätzen gegangen, berichtet Brink. Auch in den Tagen darauf setzte sie Tweets ab, wie ein Blick auf ihr Profil zeigt.

Zudem finden sich keine weiteren Medienberichte über eine vermeintliche Festnahme. Dass ein solcher Fall einer größeren Öffentlichkeit verborgen bleiben könnte, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Brink ist weiterhin im Amt.

Die Meldung von der angeblichen Verhaftung wurde von der Seite «Real Raw News» publiziert. In ihrer Selbstbeschreibung steht: «RealRawNews ist ein unabhängiger Verlag, der sich mit Inhalten befasst, die von den Mainstream-Medien oft gemieden werden.» Die Seite hatte nach den US-Präsidentschaftswahlen auch die offiziellen Ergebnisse angezweifelt, nach denen Joe Biden neuer Präsident wurde. Auf der Internetseite finden sich zahlreiche vermeintliche Nachrichtenartikel über Themen, für die es keine weitere seriöse Quelle zu geben scheint.

In den Sozialen Medien werden immer wieder Falschmeldungen verbreitet, in denen behauptet wird, Prominente seien verhaftet worden. Getroffen hat es beispielsweise schon Barack Obama oder den Papst. Der dpa-Faktencheck hat bereits gezeigt, dass etwa ein Bericht über die angebliche Verhaftung des Pfizer-Chefs Albert Bourla frei erfunden war.

(Stand: 13.10.2022)