Home Faktencheck Keine Außentemperatur: 56 Grad Celsius in Bahnhofsuhr gemessen

Keine Außentemperatur: 56 Grad Celsius in Bahnhofsuhr gemessen

by nwna_de

Die Tatsache, dass es bereits früher extrem hohe Temperaturen gegeben habe, wird regelmäßig genutzt, um den menschengemachten Klimawandel zu relativieren. So wird etwa eine mehr als 60 Jahre alte Schlagzeile der «Bild»-Zeitung geteilt (hier archiviert), die vermuten lässt, dass es damals an einem Tag in Deutschland 56 Grad Celsius heiß gewesen sei. «Und das war noch 1957. Wir haben diese Hitzetemperaturen schon seit ewigen Jahrzehnten. Damals noch über 50 Grad», heißt es meist ergänzend.

Bewertung

Der in der Schlagzeile genannte Wert bezieht sich auf das Innere einer Bahnhofsuhr. In Deutschland wurden bislang nie mehr als rund 41 Grad Celsius Außentemperatur gemessen. Der bisherige Hitzerekord wurde im Jahr 2019 verzeichnet.

Fakten

«56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!», so die Schlagzeile der «Bild» vom 6. Juli 1957, die bereits seit einiger Zeit im Internet kursiert. Damit ist aber nicht die Außentemperatur gemeint: «Bei 56 Grad im Gehäuse versagte die Bahnhofsuhr von Wanne-Eickel den Dienst», heißt es im Einstieg des Textes. Der Wert wurde also im Inneren einer Uhr gemessen.

Tatsächlich lag die Temperatur am 6. Juli 1957 in allen deutschen Städten unter 40 Grad. Auch der Temperaturrekord liegt weit unter dem genannten Wert: Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wurden am 25. Juli 2019 an Stationen in den deutschen Städten Duisburg und Tönisvorst 41,2 Grad Celsius gemessen.

In der Mitteilung wird zudem erklärt, warum der am selben Tag in Lingen gemessene Temperaturrekord von 42,6 Grad im Nachhinein annulliert wurde.

(Stand: 24.08.2021)