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Karte zum Teil falsch – nur 30 Staaten sind Mitglied der Nato

by Jessika McGyver
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Im Frühjahr 2022 verschärft sich die Lage im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland – unter anderem warnt Russlands Präsident Wladimir Putin vor einem Krieg in Europa, sollte die Ukraine der Nato beitreten. Einem Sharepic in einem Facebookpost zufolge sind bereits in fast allen Ländern, die an Russland grenzen, Einheiten der militärischen Allianz vertreten. Zum Ausdruck gebracht werden soll das mit dem Logo der Nato, das auf vielen Punkten einer Karte der nördlichen Erdhalbkugel auf dem Bild eingetragen ist – als vermeintliche Standorte der Nato rund um Russland. (archiviert) «Provokativ present» (Fehler im Original) sei die Nato, heißt es im Post. Aber sind Nato-Truppen tatsächlich an diesen Orten stationiert?

Bewertung

Das Sharepic ist teilweise falsch. Bei mehreren Standorten wird das Logo für Stützpunkte der US-Armee in Ländern verwendet, die nicht Mitglied der Nato sind. Diese Länder wie zum Beispiel Japan können sich nicht auf den Nato-Bündnisfall berufen.

Fakten

Im Frühjahr 2022 hat die Nato 30 Mitgliedstaaten. Mehrere Gebiete sind insofern auf der Karte richtig eingetragen: zum Beispiel Grönland, das zu Dänemark gehört, oder auch Spitzenbergen, das zu Norwegen gehört. Oder auch die Inseln am Bering-Becken, die zu Alaska und damit den USA gehören. Bei anderen stimmt die Markierung aber nicht.

Ein Logo zum Beispiel liegt auf der Karte am östlichen Rand der Ukraine bei der Grenze zu Russland – dort, wo sich die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk befinden. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dort Truppen der Nato wären.

Außerdem markiert ist die Wrangel-Insel, auf der schon vor knapp 100 Jahren die russische Flagge gehisst wurde. Sie ist russisches Gebiet, dort ist das russische Militär aktiv.

Eingetragen sind auch Afghanistan und Irak. Die Nato ist aber 2021 nach zwanzig Jahren Einsatz aus Afghanistan abgezogen. Im Irak befinden sich zwar noch Nato-Truppen – aber nicht zum Gefecht, sondern zur «Beratung», wie von der irakischen Regierung gewünscht.

Auch mehrere Länder in Zentralasien sind auf der Karte mit dem Nato-Stern markiert: Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan. Laut dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium sind in diesen Ländern jeweils unter 50 amerikanische Soldaten vor Ort.

Diese Länder sind in zwei Institutionen der Nato Mitglied, die nach Ende des Kalten Krieges entstanden sind – zum Dialog zwischen Nato und Nicht-Nato-Staaten in Europa und Zentralasien oder Staaten, die im Warschauer Pakt waren. Im Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat treffen sich diese Staaten mit Nato-Staaten zum Austausch und zu unterschiedlichen Kooperationen. Das gleiche geschieht im «Partnership for Peace»-Programm, an dem offiziell auch Russland teilnimmt.

Auf der Karte sind auch direkt verbündete Länder der USA markiert. Diese Zusammenarbeit bedeutet aber nicht pauschal, dass diese Länder Nato-Stützpunkte halten, sich auf die Allianz berufen können oder andere Nato-Staaten als die USA Truppen in diesen Ländern haben. In Saudi-Arabien und weiteren Ländern am persischen Golf sind amerikanische Truppen und Stützpunkte. Israel kooperiert mit der Nato im Mittelmeerraum. Israel und auch Pakistan sind außerdem von der amerikanischen Regierung definierte «wichtige Verbündete». Diese Länder genießen unterschiedliche Vorteile, zwischen den Partnern bestehen aber keine sicherheitspolitischen Verpflichtungen.

Zu diesen wichtigen Verbündeten gehören auch Japan und Südkorea, wo amerikanische Truppen stationiert sind. In Taiwan waren Soldaten der amerikanischen Armee für gemeinsame Übungen.

Malaysia, Indonesien und die Philippinen sind Partner der USA und führen zum Beispiel mit US-amerikanischem Militär auf ihren Staatsgebiet gemeinsame Übungen aus.

(Stand: 7.2.2022)

® 2022 nwna.de Mit Quellen von dpa-Fakten Check Team.