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Johnny Knoxville und seine “Jackass”-Crew sind zurück: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Neustarts

Neben den bekannten Stars wie Johnny Knoxville und Steve-O sind im vierten “Jackass”-Kinofilm auch neue Gsichter dabei.

09.03.2022 von SWYRL/Jan Treber

“Jackass Forever” mit den alten und neuen Stars der umstrittenenen Reihe, “Parallele Mütter” von Pedro Almodóvar und “Vatersland”: Das sind die Kino-Neustarts am 10. März.

Gute eineinhalb Stunden dauert dieses Schauspiel. Viel Zeit also, um sich Gedanken über den Sinn und Unsinn von selbst zugefügten Schmerzen im Dienste der Unterhaltung zu machen. “Jackass Forever” kommt mit einiger Zeitverzögerung in die Kinos, und im Grunde ist auch dieses masochistische, politisch völlig unkorrekte und absolut stumpfsinnige Machwerk fast schon in Vergessenheit geratener MTV-Rebellen sicher nicht wirklich nötig gewesen. Aber: Die Fans von einst werden sicher auch diesmal ihre Freude daran haben.

“The Batman” dominiert derweil weiterhin die großen Säle. Aber auch in den etwas kleineren Häusern gibt es Neues zu sehen: Pedro Almodóvars neuer Film “Parallele Mütter” zum Beispiel mit einer brillanten Penélope Cruz in der Hauptrolle. Oder auch die deutsche Produktion “Vatersland”, in der die Regisseurin und Autorin Petra Seeger ihre eigene Vergangenheit in einer von Männern dominierten Nachkriegsgesellschaft verarbeitet.

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Jackass Forever

Ein Skandal wie damals, vor gut 20 Jahren, ist das hier natürlich nicht mehr. Man erinnere sich: Zu Beginn des Jahrtausends lief “Jackass” erstmals bei MTV und polarisierte wie kaum eine zweite Show im Fernsehen. Inhalt: Eine Horde von Jungs unternahm offensichtlich gefährliche Stunts, stellte sich ekligen Mutproben und schaute mal, ob so ein Elektroschocker wirklich schockt. Und Deutschland fragte sich, ob man das erstens lustig finden darf und was “Jackass” zweitens mit der Jugend anstellt.

Jetzt also startet der vierte Kinofilm der Reihe. Dem Vernehmen nach der letzte, sind die Kerle rund um Johnny Knoxville und Steve-O doch nun auch um die 50. Neben den bekannten “Stars” sind einige neue Gesichter dabei. Eric Manaka, Rachel Wolfson, Jasper Dolphin und Sean “Poopies” McInerney stellen sich den Herausforderungen, die gerne mal was mit Kanonen oder gefährlichen Tieren zu tun haben – irgendwo zwischen Dschungelprüfung und Actionfilm. Ein durchaus auch mal ekliges Sammelsurium von Schmerz oder Angst verursachenden Adrenalinkicks. Und alle Beteiligten finden das erwartungsgemäß sehr, sehr lustig.

Nach “Jackass Forever” soll es dann auch vorbei sein mit dieser merkwürdigen Rebellion, die vor 20 Jahren irgendwie schon in die Zeit passte. Ob diese Form von Kino-Party in diesen Tagen und Wochen eine angemessene Form der Unterhaltung ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Parallele Mütter

Wieder einmal schaut der Regisseur Pedro Almodóvar mit wachen Augen auf sein Spanien. “Parallele Mütter” heißt sein aktueller Film, und wie so oft bei Almodóvar rückt er Frauenschicksale in den Mittelpunkt. Um sie herum offenbart sich ein Land, das sich seiner Vergangenheit nicht entziehen kann.

Die “parallelen Mütter” sind Janis (Penélope Cruz) und Ana (Milena Smit), die sich im Krankenhaus zufällig begegnen. Sie erwarten beide ihr erstes Kind. Janis, eine Frau mittleren Alters, freut sich darauf. Ana, ein Teenager, blickt mit Sorge in die Zukunft, zumal ihr auch ihre Mutter Teresa (Aitana Sánchez Gijón) wahrlich keine Hilfe ist. Die Väter sind ohnehin nicht da. Bei Janis ist es wohl der Anthropologe Arturo (Israel Elejalde), der für eine Stiftung arbeitet, die zur Aufklärung der Verbrechen des Franco-Regimes beiträgt. Janis’ Urgroßvater war zu Zeiten des Bürgerkrieges ermordet worden, er liegt in einem Massengrab.

Vor diesem Hintergrund erzählt Almodóvar fortan ein bewegendes Drama, das die Schicksale der beiden Frauen auf bestürzende Weise miteinander verknüpft. Das Publikum begleitet sie bei der Suche nach den Wahrheiten von gestern und denen von heute. Penélope Cruz erhielt für ihre Rolle eine Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin.

Vatersland

“Erinnerungskino” – das ist die perfekte Beschreibung für den Film “Vatersland”, in dem die Regisseurin und Autorin Petra Seeger ihre eigene Vergangenheit als heranwachsendes Mädchen in einer von Männern dominierten Nachkriegsgesellschaft verarbeitet. “Mir war daran gelegen, einen Film zu drehen, der möglichst authentisch den Gefühlen, Erlebnissen und schmerzhaften Momenten meiner Kindheit Ausdruck verleiht”, sagt Petra Seeger, die in den 60er-Jahren aufwuchs und sich zur Vorbereitung ihrer Erinnerung viele Familienfotos und 16mm-Filmaufnahmen aus dem Archiv ihres Vaters ansah.

So ähnlich geschieht es denn im Film auch: Die Filmemacherin, die hier Marie heißt und von Margarita Broich gespielt wird, arbeitet an einem neuen Drehbuch. Sie entdeckt eine Kiste mit Fotos und Filmen aus ihrer Kindheit und begibt sich damit auf eine emotionale Zeitreise in ihre eigene Vergangenheit. Der Film begleitet das Mädchen Marie auf ihrem Weg zur jungen Frau inmitten eines Jahrzehnts großer Veränderungen.

Mit Felizia Trube, Momo Beier und Stella Holzapfel verkörpern drei junge Darstellerinnen jene Marie in unterschiedlichen Altersstufen in der Rückblende. Früh erlebt sie ihr persönliches Trauma mit dem Tod der Mutter, der auch den vom Krieg gezeichneten Vater (Bernhard Schütz) prägt. “Vatersland” ist sicher ein feministischer Film, zugleich aber nicht ohne Humor und Charme.


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