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Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden kennzeichnet

by Jessika McGyver
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Immer wieder wird öffentlichen Institutionen vorgeworfen, einen geheimen Plan zu verfolgen und damit den Menschen zu schaden. Diesmal wird mit dem Finger auf den Codex Alimentarius gezeigt. Diese Sammlung internationaler Lebensmittelstandards soll angeblich mit einer geheimen Agenda dafür sorgen, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht kennzeichnet werden müssen. Das wird zumindest in einem Facebook-Post behauptet (archiviert; archiviertes Originalvideo).

Bewertung

Außer einigen Ausnahmen müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel kennzeichnet werden.

Fakten

Der Codex Alimentarius wurde 1963 gegründet und umfasst Standards der Vereinten Nationen für zahlreiche Lebensmittel. Sie sollen dem Verbraucher gesundheitlich unbedenkliche und ordnungsgemäß gekennzeichnete Lebensmittel garantieren. Die Standards sind nicht rechtlich verbindlich.

In Deutschland müssen Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Rohstoffen gekennzeichnet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die jeweilige gentechnische Veränderung im Endprodukt analytisch nachweisbar ist.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Erzeugnisse von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, bleiben ohne einen entsprechenden Hinweis auf Gentechnik. Auch Zusatzstoffe, Vitamine und Aromen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden, müssen nicht entsprechend gekennzeichnet werden. Dazu zählen auch Enzyme. Wenn Anbieter für ihre Produkte die Kennzeichnung «Ohne Gentechnik» nutzen möchten, sind sie jedoch verpflichtet, nachzuweisen, dass diese ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellt worden sind.

Über den Codex Alimentarius werden regelmäßig Falschbehauptungen verbreitet. So wurden die Lebensmittelstandards unter anderem mit dem Holocaust verglichen. Studierende der Technischen Universität in Berlin warnten bereits 2010 vor Mails, in denen gegen den Codex Alimentarius Stimmung gemacht und vor einem angeblich geplanten Verbot von Vitaminpräparaten, Heilkräutern und Waldorfschulen gewarnt wurde.

(Stand: 18.5.2022)

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