Home Wirtschaft EZB-Umfrage – Verbraucher gehen von anhaltend hoher Inflation aus

EZB-Umfrage – Verbraucher gehen von anhaltend hoher Inflation aus

by nwna_de

Frankfurt (Reuters) – Die Verbraucher im Euroraum rechnen einer Umfrage der EZB zufolge mit einer schrumpfenden Wirtschaft und einer anhaltend hohen Inflation.

Im Mittel gehen die Konsumenten davon aus, dass in zwölf Monaten die Inflation immer noch bei 5,0 Prozent liegen wird, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Juni ergab. In drei Jahren rechneten sie mit einer Teuerungsrate von 2,8 Prozent. Dies würde immer noch klar über der Zielmarke der Euro-Hüter liegen, die zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft ansteuert.

An der monatlichen Umfrage “Consumer Expectations Survey” (CES) nahmen rund 14.000 Verbraucher im Alter von mindestens 18 Jahren aus Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden teil. Es ist das erste Mal, dass die EZB die Ergebnisse veröffentlicht. Künftig will sie monatlich die Resultate auf ihrer Internetseite zugänglich machen. EZB-Volkswirte rechnen laut ihren jüngsten Projektionen vom Juni für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 3,5 Prozent und für 2024 von 2,1 Prozent.

Der EZB-Umfrage zufolge erwarten die Verbraucher zudem, dass die Wirtschaft auf Zwölfmonatssicht schrumpfen wird. Gerechnet wird dann mit einem ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent und mit einer Arbeitslosenquote von 11,5 Prozent. Zum Vergleich: Für das Jahr 2023 erwarteten EZB-Volkswirte zuletzt ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent. Die Umfrage-Teilnehmer gingen zudem davon aus, dass die hohe Inflation weiter an ihren Einkommen zehren wird. Sie erwarten, dass in zwölf Monaten das Einkommenswachstum lediglich bei 0,9 Prozent liegen wird. Dem stehe dann ein Ausgabenwachstum von 3,9 Prozent gegenüber.

(Bericht von Frank Siebelt, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)