Einreise von Geimpften in die Europäische Union rückt näher

Brssel (dpa)  Seit Beginn der Pandemie sind die Schotten der EU weitgehend dicht. Nicht notwendige Einreisen aus den allermeisten Lndern der Welt sind verboten. Doch Europa knnte sich bald schon wieder ffnen.

Es sei Zeit, den europischen Tourismus wieder in Schwung zu bringen, schreibt EU-Kommissionsprsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter.

Europa sperrt auf – zumindest wenn es nach der EU-Kommission geht. Die Brsseler Behrde schlug am Montag vor, die wegen der Corona-Pandemie verhngten Einschrnkungen fr nicht zwingend notwendige Einreisen in die Europische Union deutlich zu lockern.

Nach mehr als einem Jahr strikter Einreisestopps knnten bald schon Geimpfte aus der ganzen Welt problemlos in die EU reisen – unabhngig von der epidemiologischen Lage in ihrer Heimat.

Es sei Zeit, den europischen Tourismus wieder in Schwung zu bringen und grenzberschreitende Freundschaften neu aufleben zu lassen, schrieb EU-Kommissionsprsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter. Allerdings handelt es sich zunchst nur um Vorschlge, ber die nun noch die EU-Staaten beraten mssen. Die Entscheidung, wer einreisen darf, liegt letztlich bei jedem einzelnen Land. Die 27 Staaten suchen seit Beginn der Pandemie nach einer einheitlichen Linie. Ein Kommissionsbeamter sagte am Montag, er hoffe, dass die – rechtlich nicht bindenden – Empfehlungen Ende Mai in Kraft seien.

Konkret schlgt die EU-Kommission vor, dass die Einschrnkungen bei der Einreise in die EU fr vollstndig Geimpfte fallen sollen. Anerkannt werden sollen Impfungen mit den in der EU zugelassenen Prparaten von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Die Neuerung wrde nicht bedeuten, dass Reisende grundstzlich keine Vorgaben wie PCR-Test oder Quarantne mehr erfllen mssen. Falls die EU-Staaten derlei Forderungen jedoch nicht an Menschen in ihrem eigenen Land stellten, sollten sie auch nicht fr Einreisende gelten, betonte die EU-Kommission. Kindern, die sich derzeit noch nicht impfen lassen knnen und mit ihren geimpften Eltern reisen, solle mit negativem PCR-Test ebenfalls die Einreise erlaubt sein. Einige EU-Staaten erlauben Geimpften schon jetzt die Einreise.

Doch knnten nach den Vorschlgen der EU-Kommission knftig auch viele Menschen einreisen, die nicht geimpft sind. Derzeit ist die Einreise fr Touristen ohne zwingenden Grund nur aus sieben Nicht-EU-Staaten mglich, in denen die Viruslage gut ist. Kriterien dafr sind etwa die Anzahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen, die Test- sowie die Positivrate in einem Land.

Die EU-Kommission will nun zumindest ein Kriterium aufweichen. So soll der Grenzwert fr die Anzahl von Neuinfektionen von 25 auf 100 angehoben werden. Dies sei noch immer deutlich unter dem EU-Durchschnitt von mehr als 420.

Ausnahmen gelten schon jetzt etwa fr Familienmitglieder, medizinisches Personal oder Diplomaten. Alle EU-Staaten auer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island hatten sich bereits zu Beginn der Corona-Krise auf einen weitgehenden Einreisestopp fr nicht zwingend notwendige Reisen geeinigt.

Fr den Fall, dass sich die epidemiologische Lage in einem Land vor allem wegen einer besorgniserregenden Virusvariante schnell verschlechtert, schlgt EU-Kommission eine Art Notbremse vor. Dann knne ein EU-Staat die Einreise aus diesem Lnder unverzglich wieder einschrnken. Zudem sollten die EU-Staaten sich untereinander abstimmen.

Die EU treibt derzeit nicht nur die Einreise von auerhalb voran. Zugleich arbeitet die Staatengemeinschaft an einem Covid-Zertifikat, das das Reisen innerhalb der EU einfacher machen soll. In diesem Dokument sollen Impfungen, Tests und berstandene Infektionen gespeichert werden.

dpa-infocom, dpa:210503-99-448701/2

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