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Fakten Checks

Diese Aufnahme stammt von einem Filmset, sie zeigt keine ukrainischen Fake-Opfer

Hunderte Facebook-Nutzerinnen und Nutzer haben seit Ende Februar ein Video geteilt, das angeblich die Katastrophen-Inszenierung von Medien belegt. In dem Video wird ein Mann mit Kunstblut geschminkt. Die Aufnahme stammt allerdings vom Filmset der Filmserie “Contamin”, nicht aktuell aus der Ukraine.

Die Jacke eines Mannes ist blutverschmiert, eine Frau mit Schwarzer Kapuze schminkt ihm Wunden ins Gesicht. Daneben steht eine junge Frau. Hunderte User haben das kurze Video Ende Februar auf Facebook geteilt, Zehntausende sahen es auf Telegram.

User verbreiteten das Video mit der Behauptung außerdem auf Serbisch, Slowakisch, Tschechisch, Griechisch, Spanisch oder Englisch.

Die Behauptung: Auf Telegram ist die Aufnahme mit den Schlagworten “Ukraine, Fake Krieg, Krisenschauspieler” beschrieben. Das Facebook-Posting macht keinen expliziten Ukraine-Bezug und spielt nur auf Medieninszenierung an. “Film ab!” steht dort, gemeinsam mit einem Verweis auf eine RTL-Reporterin, die sich für eine TV-Schalte aus dem Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen 2021 Schlamm auf die Kleidung schmierte.

Die Kommentare unter dem Posting verstehen die Anspielung. “Nix als Lügenpresse…” und “Deutsche Medien sind wahre Lügner” oder: “Erwischt erinnerte mich an Weißhelm Fake News”, eine wiederkehrendeFalschbehauptung über die syrische Zivilschutzorganisation der “Weißhelme“, wonach Krisenereignisse lediglich inszeniert seien.

Facebook-Screenshot der Behauptung: 07.03.2022

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar kursieren zahlreiche Beiträge mit falschen oder aus dem Kontext gerissenen Informationen. AFP sammelt Faktenchecks im Kontext des Ukraine-Konflikts hier.

Video stammt von Filmset

Eine Suche anhand von Hinweisen in den Kommentaren führte AFP zu einem mittlerweile gelöschten TikTok-Video aus dem Dezember 2021, zwei Monate vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Auf TikTok veröffentlicht hat es die ukrainische Filmemacherin Daria Driuchenko. Das Video hat sie dort als “Driu Production” beschrieben, dem Namen ihrer Filmproduktionsfirma. Das auf TikTok geteilte Video ist außerdem mit “Zombie Film” überschrieben, ein Hinweis, der im aktuell geteilten Clip fehlt.

In den Kommentaren bereits im Dezember 2021 nach dem Namen des Films gefragt, antwortete Driuchenko, dass es sich um die Serie “Contamin” handle.

Die Serie “Contamin” gibt es tatsächlich. Der deutsche Produzent Harald Holzenleiter, der unter dem Namen Harald Franklin auftritt, hat auf seiner Facebookseite ebenfalls über die Serie gepostet. Der Trailer zeigt, dass “Contamin” von einem neuen, erheblich gefährlicheren Virus als Covid-19 aus einem russischen Labor handelt, das die Welt in Atem hält.

In einem längeren von Franklin veröffentlichten Reel von “Contamin” ist auch die junge Frau aus dem aktuell geteilten Video zu sehen.

Screenshots aus dem Reel von “Contamin” (links) und dem auf TikTok geposteten Video (rechts): 28.02.2022

Auch Driushenko, die das Video auf TikTok veröffentlichte, bestätigte am 2. März in einer Mail gegenüber AFP, dass das aktuell verbreitete Video ein Making-Off der Szene aus dem Reel sei. “Wir sind Filmemacher, also haben wir eine Menge Making-Off-Videos”, schrieb sie. Sie schickte AFP außerdem Screenshots aus der Videogalerie ihres Telefons, die ähnliche Aufnahmen zeigte. Das aktuell verbreitete Video sei demnach von ihr am 14. November 2020 aufgenommen worden.

Der Mann mit der blutverschmierten Jacke taucht ebenfalls in einem Instagram-Posting der Produktionsfirma auf. Es ist dort gemeinsam mit dem Hashtag “backstage” als “#Contamin der Prozess” beschrieben.

Mann im geteilten Video (links) und das Instagram-Posting von Driu Production (rechts)

In Wahrheit sind zahlreiche Menschen in der Ukraine vom Angriff Russlands betroffen. Laut Zahlen des UN-Flüchtlingskommissariats gibt es aktuell mehr als zwei Millionen Flüchtende aus der Ukraine. Laut UN verloren mindestens 406 Zivilistinnen und Zivilisten ihr Leben, 801 wurden verletzt.

Flüchtende aus der Ukraine, Stand 08.03.2022

Fazit: Das aktuell verbreitete Video zeigt nicht, wie Medien den Krieg in der Ukraine-Krise inszenieren. Es stammt aus einem Making-Off-Video einer Filmproduktion aus dem Jahr 2020.

Hunderte Facebook-Nutzerinnen und Nutzer haben seit Ende Februar ein Video geteilt, das angeblich die Katastrophen-Inszenierung von Medien belegt. In dem Video wird ein Mann mit Kunstblut geschminkt. Die Aufnahme stammt allerdings vom Filmset der Filmserie “Contamin”, nicht aktuell aus der Ukraine.

Die Jacke eines Mannes ist blutverschmiert, eine Frau mit Schwarzer Kapuze schminkt ihm Wunden ins Gesicht. Daneben steht eine junge Frau. Hunderte User haben das kurze Video Ende Februar auf Facebook geteilt, Zehntausende sahen es auf Telegram.

User verbreiteten das Video mit der Behauptung außerdem auf Serbisch, Slowakisch, Tschechisch, Griechisch, Spanisch oder Englisch.

Die Behauptung: Auf Telegram ist die Aufnahme mit den Schlagworten “Ukraine, Fake Krieg, Krisenschauspieler” beschrieben. Das Facebook-Posting macht keinen expliziten Ukraine-Bezug und spielt nur auf Medieninszenierung an. “Film ab!” steht dort, gemeinsam mit einem Verweis auf eine RTL-Reporterin, die sich für eine TV-Schalte aus dem Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen 2021 Schlamm auf die Kleidung schmierte.

Die Kommentare unter dem Posting verstehen die Anspielung. “Nix als Lügenpresse…” und “Deutsche Medien sind wahre Lügner” oder: “Erwischt erinnerte mich an Weißhelm Fake News”, eine wiederkehrendeFalschbehauptung über die syrische Zivilschutzorganisation der “Weißhelme“, wonach Krisenereignisse lediglich inszeniert seien.

Facebook-Screenshot der Behauptung: 07.03.2022

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar kursieren zahlreiche Beiträge mit falschen oder aus dem Kontext gerissenen Informationen. AFP sammelt Faktenchecks im Kontext des Ukraine-Konflikts hier.

Video stammt von Filmset

Eine Suche anhand von Hinweisen in den Kommentaren führte AFP zu einem mittlerweile gelöschten TikTok-Video aus dem Dezember 2021, zwei Monate vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Auf TikTok veröffentlicht hat es die ukrainische Filmemacherin Daria Driuchenko. Das Video hat sie dort als “Driu Production” beschrieben, dem Namen ihrer Filmproduktionsfirma. Das auf TikTok geteilte Video ist außerdem mit “Zombie Film” überschrieben, ein Hinweis, der im aktuell geteilten Clip fehlt.

In den Kommentaren bereits im Dezember 2021 nach dem Namen des Films gefragt, antwortete Driuchenko, dass es sich um die Serie “Contamin” handle.

Die Serie “Contamin” gibt es tatsächlich. Der deutsche Produzent Harald Holzenleiter, der unter dem Namen Harald Franklin auftritt, hat auf seiner Facebookseite ebenfalls über die Serie gepostet. Der Trailer zeigt, dass “Contamin” von einem neuen, erheblich gefährlicheren Virus als Covid-19 aus einem russischen Labor handelt, das die Welt in Atem hält.

In einem längeren von Franklin veröffentlichten Reel von “Contamin” ist auch die junge Frau aus dem aktuell geteilten Video zu sehen.

Screenshots aus dem Reel von “Contamin” (links) und dem auf TikTok geposteten Video (rechts): 28.02.2022

Auch Driushenko, die das Video auf TikTok veröffentlichte, bestätigte am 2. März in einer Mail gegenüber AFP, dass das aktuell verbreitete Video ein Making-Off der Szene aus dem Reel sei. “Wir sind Filmemacher, also haben wir eine Menge Making-Off-Videos”, schrieb sie. Sie schickte AFP außerdem Screenshots aus der Videogalerie ihres Telefons, die ähnliche Aufnahmen zeigte. Das aktuell verbreitete Video sei demnach von ihr am 14. November 2020 aufgenommen worden.

Der Mann mit der blutverschmierten Jacke taucht ebenfalls in einem Instagram-Posting der Produktionsfirma auf. Es ist dort gemeinsam mit dem Hashtag “backstage” als “#Contamin der Prozess” beschrieben.

Mann im geteilten Video (links) und das Instagram-Posting von Driu Production (rechts)

In Wahrheit sind zahlreiche Menschen in der Ukraine vom Angriff Russlands betroffen. Laut Zahlen des UN-Flüchtlingskommissariats gibt es aktuell mehr als zwei Millionen Flüchtende aus der Ukraine. Laut UN verloren mindestens 406 Zivilistinnen und Zivilisten ihr Leben, 801 wurden verletzt.

Flüchtende aus der Ukraine, Stand 08.03.2022

Fazit: Das aktuell verbreitete Video zeigt nicht, wie Medien den Krieg in der Ukraine-Krise inszenieren. Es stammt aus einem Making-Off-Video einer Filmproduktion aus dem Jahr 2020.


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