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Corona-Impfung schützt vor schweren Verläufen und Tod

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Sowohl in Deutschland als auch in England können sich Erwachsene und Jugendliche gegen Corona impfen lassen – und viele haben das auch getan. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der Geimpften unter den Corona-Todesfällen. Heißt das, dass die Impfung die Gefahr eines tödlichen Krankheitsverlaufs erhöht, wie ein Sharepic auf Facebook suggeriert, das dabei Zahlen der britischen Gesundheitsbehörde PHE verwendet? (archiviert)

Bewertung

Das Sharepic ordnet die angegebenen Zahlen der britischen Gesundheitsbehörde nicht richtig ein. Die Corona-Impfung senkt das Risiko, infolge einer Infektion zu sterben. Sie senkt auch das Risiko für einen symptomatischen oder schweren Verlauf.

Fakten

Die Zahlen auf dem Sharepic sind weitgehend korrekt. In England starben nach Angaben der Public Health England (PHE) vom 3. September 2021 zwischen dem 1. Februar 2021 bis zum 29. August 2021 1798 Menschen nach einer Infektion mit der Delta-Variante, davon waren 1091 vollständig geimpft, 536 hatten keinen Impfschutz. Bei 142 Fällen lag noch kein vollständiger Impfschutz vor, bei 29 Fällen war der Impfstatus unbekannt.

Was die Grafik vermeintlich zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine an Corona gestorbene Person doppelt geimpft ist, sei höher als die Wahrscheinlichkeit, dass sie ungeimpft ist. Tatsächlich senkt die Impfung aber das Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe, wie die dpa bereits in mehreren Faktenchecks dargelegt hat. Auch das PHE macht in einem Bericht deutlich, dass Impfstoffe vor symptomatischen Krankheitsverläufen schützen, auch bei der Delta-Variante.

Die Daten des PHE, die auch auf dem Sharepic widergegeben werden, zeigen, das unter den geimpften Gestorbenen mehr Menschen ab 50 Jahren sind als jüngere. So starben in dem Zeitraum nur 37 vollständig geimpfte Menschen, die jünger waren als 50, aber 99 Ungeimpfte in dieser Altersgruppe. Bei den Menschen ab 50 waren es 1054 vollständig Geimpfte und 437 Ungeimpfte.

Ältere und vorerkrankte Menschen haben ein höheres Risiko für schwere und tödliche Corona-Krankheitsverläufe. Das sinkt durch die Impfung, wird aber nicht ausgelöscht. Zusätzlich wurden Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung zur Corona-Risikogruppe gehören, zuerst geimpft, weshalb unter ihnen die Impfquote bereits sehr hoch ist – und dadurch auch der Anteil der vollständig geimpften an den Verstorbenen. Jüngere, gesunde Menschen haben generell ein geringeres Risiko, das durch die Impfung noch weiter sinkt.

Daten aus Israel zeigen beispielsweise, dass der Großteil der trotz einer Vollimmunisierung hospitalisierten Personen Vorerkrankungen hatte. Sie hatten auch mehr Vorerkrankungen als die Corona-Krankenhauspatienten, die nicht geimpft waren. Aber selbst wenn alle geimpft wären: Solange es weiter Infektionen gibt, werden auch weiter Menschen sterben – aber sehr viel weniger als ohne Impfungen.

Die Impfung ist also weder wirkungslos oder noch erhöht sie das Risiko auf eine Infektion mit Todesfolge. Menschen mit vollständigem Impfschutz sind besser vor schweren oder tödlichen Krankheitsverläufen geschützt als Menschen ohne Impfschutz.

(Stand: 13.9.2021)

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