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Was ist: „Churnalismus“? Massen-Nachrichts-Produktion.

Ihr kennt ja alle diverse Nachrichten und Pressemeldungen die zigfach publiziert wurden.

Churnalismus bezeichnet in negativer Konnotation eine Form des Journalismus, bei der in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Zeilen (oder Sendesekunden im Rundfunk) produziert und daher bereits vorliegende Informationen weitestgehend unverändert und ungeprüft nochmals „aufgeschäumt“ werden. Quellen wie Agenturmeldungen oder Pressemitteilungen werden dabei oft kaum verändert übernommen und nicht als Fremdquellen kenntlich gemacht. Dabei entsteht der Eindruck einer eigenständigen journalistischen Leistung, die jedoch de facto nicht vorliegt.

Tipp: Lieber Seiten checken die selber recherchieren. Im Vereinigtem Königreich gab es dazu guten Input:

Fachjournalismus: Expertenwissen professionell vermitteln (Praktischer Journalismus)Auszug aus „Nick Davies:  – Churnalism – has taken the place of what we should be doing: Telling the truth“.

„…Zuerst analysierten sie die Ursprünge jeder einzelnen Home-News-Story, die letztes Jahr in zwei zufällig ausgewählten Wochen von den vier Qualitätszeitungen (Times, Telegraph, Guardian, Independent) sowie der Daily Mail verbreitet wurde. Am Ende haben sie sich mehr als 2.000 Geschichten angeschaut.

Mit Hilfe des The Guardian Newsdesk versuchten sie dann, das gesamte eingehende Material zu erfassen, das in diesen zwei Wochen an Reporter weitergegeben wurde. Wo immer noch Zweifel an der Herkunft der Geschichten bestanden, interviewten sie Reporter der verschiedenen Zeitungen und gingen dann zurück, um deren Quellenmaterial zu finden. Sie fanden heraus, dass diese Geschichten überwiegend aus gebrauchtem Material bestanden.

54 Prozent der Geschichten enthielten deutliche Anzeichen von PR-Input – und bedenken Sie, dass dies eine konservative Zahl ist. Es schließt die Boulevardzeitungen aus, die weitaus mehr Promi-Geschichten tragen, die von PR-Material dominiert werden. Ausgenommen sind die Financial Times und die Qualitätsfinanzseiten, auf denen die Berichterstattung der Stadt mit PR überflutet wird. Ausgenommen sind die Qualitätsfeatureseiten, die stark von der PR von Filmfirmen, Theatern, Sendern und Verlagen beeinflusst sind; und die Sportseiten, wo der Zugang zu Teams und Stars von PR betrieben wird.“ 

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