BTC kann bis: 100.000 € gehen in 2021 & 1.000.000 € in 2030 | Seriöse Prognosen m. Tullock Modell.

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Auszüge, aus dem Manager Magazin.

Preisobergrenze

Die Förderung von Bitcoin erfordert hauptsächlich zwei Ressourcen: Strom und Halbleiter. Da diese auch in zahllosen anderen Sektoren Verwendung finden, muss es eine Obergrenze für den Bitcoin-Preis geben. Das Schürfen der Kryptowährung ist energieintensiv, da die Serverfarmen der Miner einen hohen Strombedarf haben. Derzeit dürfte die Bitcoin-Förderung etwa 0,4 Prozent der globalen Stromproduktion verbrauchen. In Georgien beispielsweise fraß die Bitcoin-Produktion nach einer Berechnung von Berlin Economics 2017 etwa sechs Prozent der nationalen Energieerzeugung. In Deutschland fällt sie dagegen kaum ins Gewicht, da hierzulande kaum Miner aktiv sein dürften. Angesichts der hohen Strompreise lohnt es sich schlicht nicht.

Steigt der Preis für Bitcoin, steigt daher auch der Energiebedarf für dessen Förderung. Das wiederum führt zu einer Verknappung der Ressource Energie und damit zu steigenden Strompreisen, denn schließlich konkurriert die Bitcoin-Produktion mit anderen energieintensiven Sektoren um den Strom. In dem Moment, in dem diese anderen energieintensiven Güter, zum Beispiel Stahl oder Aluminium, stärker nachgefragt werden als zusätzliche Einheiten der Kryptowährung, sinkt die relative Attraktivität von Bitcoin. Dann ist die Preisobergrenze erreicht. Die Folge wird ein Preisrückgang bei Bitcoin sein, entsprechend wird auch der Energiebedarf wieder geringer.

Steigender Energiebedarf – regulierende Eingriffe wahrscheinlich

Dieser marktwirtschaftliche Anpassungsmechanismus verhindert das von vielen Bitcoin-Kritikern angeführte dystopische Szenario, wonach ein kontinuierlich steigender Bitcoin-Preis irgendwann dazu führt, dass die Bitcoin-Miner die Energie der gesamten Welt beanspruchen. Dies wird nicht passieren, denn warum sollten Menschen noch Bitcoin nachfragen, wenn aufgrund von Strommangel keine Nahrung mehr erzeugt werden kann?

Zudem ist auch ein staatlicher Eingriff denkbar, der einem derartigen Anstieg des Bitcoin-Kurses ein Ende setzt. Klimapolitische Überlegungen könnten dazu führen, dass Staaten das Mining von Bitcoin verbieten oder die Gewinne der Miner mit hohen Steuern belegen. Falls sich eine nennenswerte Anzahl von Ländern zu einem solchen Schritt entschlösse, dürften Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Bitcoin-Blockchain aufkommen und den Preis von Bitcoin drücken.

Boomt Bitcoin, boomen Halbleiter-Hersteller

Auch die Auswirkungen des Schürfprozesses auf die Halbleiterindustrie könnten zu einer Deckelung des Bitcoin-Preises beitragen. Benötigt werden vor allem maßgeschneiderte ASIC-Halbleiter, die umso stärker nachgefragt werden, je attraktiver die Bitcoin-Produktion wird. Hier ließe sich ebenfalls ein Extremszenario zeichnen: Was wäre, wenn die globale Chipindustrie ihre gesamten Ressourcen in die Produktion der für die Bitcoin-Förderung designten ASIC-Chips lenken würde?

Das Resultat wäre ähnlich wie bei der Stromnachfrage: Mikrochips stecken in immer mehr Produkten des täglichen Bedarfs. Wer aber würde noch Bitcoin nachfragen, wenn Autos nicht mehr führen, Laptops ihren Geist aufgäben und Erntemaschinen nicht mehr gesteuert werden könnten? Auch hier würde die Knappheit in einen marktgetriebenen Anpassungsprozess münden, der die Attraktivität von Bitcoin mindert – und damit seinen Preis.

Absurd hoher Ressourcenverbrauch durch Bitcoin-Mining

Die Eine-Million-Dollar-Frage lautet daher: Bei welchem Bitcoin-Preis könnte sich eine Art Gleichgewicht einstellen und zu welchem Zeitpunkt könnte dies erreicht werden? Ab welchem Preisniveau wird die Umlenkung von Ressourcen aus anderen Sektoren in die Bitcoin-Förderung derart spürbar, dass die Weltwirtschaft aufgrund von Angebotsverknappungen in eine anhaltende Rezession stürzt, die letztlich zu einer geringeren Nachfrage nach Bitcoin und damit zu einem Preisverfall der Kryptowährung führt?

Über ein Standardmodell aus der politischen Ökonomie, das sogenannte Tullock-Modell, lässt sich ableiten, dass die Stromkosten für die Bitcoin-Produktion sich stets parallel zum Bitcoin-Kurs entwickeln. Darauf kann man eine (zugegebenermaßen sehr grobe) Überschlagsrechnung aufbauen, dass bei einem Kurs von 100.000 US-Dollar das Schürfen der Kryptowährung rund zwei Prozent der weltweiten Stromerzeugung verschlingen würde. Bei einem Preis von einer Million US-Dollar käme man auf 20 Prozent der globalen Stromproduktion. Zum Verbrauch der Halbleiterressourcen ließen sich ähnliche Berechnungen anstellen.

Preisobergrenze bei 2 Prozent des globalen Stromverbrauchs?

Es ist beispielsweise denkbar, dass der Bitcoin-Kurs in wenigen Wochen bei 100.000 US-Dollar liegt und der Kurs anschließend wieder einbricht. Dann würden noch keine nennenswerten realwirtschaftlichen Anpassungen passieren, dafür wäre die Zeit zu knapp. Sollte sich der Kurs aber für mehrere Monate auf diesem Niveau halten, würden die Belastungseffekte auf dem Energie- und Halbleitermarkt spürbar sein. Dann würden die Markmechanismen für ein Sinken der Nachfrage nach Bitcoin sorgen. Zudem würde der Druck auf die staatlichen Akteure wachsen, durch Verbote und Steuern zu versuchen, das Fördern und Halten von Bitcoin zu begrenzen oder zu unterbinden.

Es ist naheliegend anzunehmen, dass es spätestens bei einem Stromverbrauch von zwei Prozent der weltweiten Erzeugungskapazitäten zu den oben beschriebenen relativen Preisverschiebungen und/oder politischen Eingriffen kommen würde. Die “natürliche” Obergrenze des Bitcoin-Kurses dürfte daher in der Nähe der Marke von 100.000 US-Dollar zu finden sein.

Langfristig verschiebt sich Preisobergrenze – durch “Halving”

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Bitcoin-Preis von einer Million US-Dollar für alle Zeiten ausgeschlossen ist. Denn die Preisobergrenze wird sich aufgrund einer weiteren Besonderheit des Bitcoin-Protokolls langfristig nach oben verschieben: Von 2024 an werden die Miner nämlich nicht mehr 6,25 Bitcoin erhalten, wenn sie das kryptografische Rätsel gelöst haben, sondern nur noch die Hälfte, also 3,13 Bitcoin. Dies legt das Bitcoin-Protokoll so fest. Diese Halbierung der “Belohnung” wiederholt sich alle vier Jahre.

Unter den oben genannten Voraussetzungen könnte der Bitcoin-Preis dann die Marke von 200.000 US-Dollar erreichen, ohne dass der Stromverbrauch höher wäre als die rund zwei Prozent der weltweiten Stromerzeugung, die zu heutigen Bedingungen bereits beim Preis von 100.000 US-Dollar erreicht würden. Das hieße, dass für Bitcoin die Marke von einer Million US-Dollar tatsächlich erreichbar wäre – allerdings frühestens in der ersten Hälfte der 2030er Jahre.”

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